Sitemap    
 
   

Die Harmonielehre nach Roman Liedl

Roman Liedl hat das Rad nicht neu erfunden, sondern auf den Erkenntnissen der verschiedenen Farbentheorien aufgebaut. Das neue an Roman Liedls Harmonielehre ist die "Methode der maximalen Kontraste", die auf den folgenden Seiten beschrieben wird. Die Harmonielehre (Roman Liedl: Die Pracht der Farben, mit Bildbeispielen von S.N. Amerstorfer) stellt feste Regeln für die Farbgestaltung auf. Ziel dieser Regeln ist eine als harmonisch empfundene Farbkomposition.
 
Man sollte sich allerdings keiner Illusion hingeben: Eine an Normen gebundene Farbgebung ist schwerer zu realisieren als eine regellose, in der die Farben beliebig verteilt werden können. Ohnehin bestehen häufig Sachzwänge für die Farbwahl, weil Objekte auf der Webseite plaziert werden, deren Farbe feststeht und nicht geändert werden kann oder soll.

"Es sind aber gerade die Abweichungen von jeder Norm, die Interesse und Neugier erwecken. Ein versierter Designer muß über beide Entscheidungswege verfügen können: den gewohnten und den innovativen."
Hans Gekeler

Um von der Norm abweichen zu können, muß man die Norm kennen. Allerdings sind Harmonie und Auffälligkeit nicht notwendig Feinde: Eine Gestaltung kann durchaus Inhalte in auffälligen Farben enthalten, ohne deshalb unharmonisch zu wirken. Entscheidend ist die Art der Einbettung der auffälligen Komponente in das farbliche Umfeld - und genau hier liegt die Stärke der Harmonielehre: sie bezieht sich auf die Gesamtwirkung einer farblichen Gestaltung.

Automatisch schön?

Sind Webseiten, die eine hamonische Farbkomposition enthalten, automatisch schön?
Mit Hilfe der Harmonielehre finden sich garantiert Farben, die zueinander passen. Dies bedeutet zunächst noch nicht, dass die fertige Webseite "wirkt". Zu viele andere Faktoren beeinflussen die ästhetische Wirkung: Ein gegrilltes und knuspriges Hähnchen, das mit Lebensmittelfarbe rosa gefärbt ist und mit grünen Punkten betupft, würde uns sicherlich nicht schmecken. Die Farben würden ganz und gar unansehnlich und unpassend auf uns wirken.
Die Farbwirkung ist also nicht nur von der Farbwahl allein abhängig. Farbassoziationen, Verteilung der Farbe auf die Flächen und Formendesign spielen eine wichtige Rolle. Einem rosa Marzipanschweinchen mit grüner Halsschleife beispielsweise würden wir nicht abgeneigt sein, wenn wir Appetit auf Süßes hätten.

Und wenn nur eine einzige Farbe eingesetzt wird?

Monochromatische Webseiten wirken sehr gut. Bei diesen Kompositionen ist die Harmonielehre natürlich überflüssig, auch wenn die Farbe in all ihren Schattierungen zum Einsatz kommt, z.B. wenn eine Webseite ganz in Grün/Türkis/Cyan gehalten ist. Durch das Wissen um die Harmoniekontraste werden wir uns allerdings dieser Monochromatik bewußt und können die eingesetzten Sekundärfarben ganz gezielt steuern.
Desgleichen bei Kombinationen einer Farbe mit Schwarz, Weiß oder Grau: Hier braucht man sich über Farbharmonien keine Gedanken zu machen, denn in diesen Fällen entscheiden Kontraste, räumliche Anordnung, Verteilung der Flächen, Form der Flächen, ob es harmonisch wirkt oder nicht. Das beste Beispiel hierzu sind Webseiten, die ganz in Schwarz-Weiß gehalten sind: Sie üben, genauso wie Schwarz-Weiß-Fotografie, einen besonderen Reiz aus.
Auf der nächsten Seite folgt die erste Begriffsbestimmung der Harmonielehre: Der Winkelkontrast.

 
 
 
 << Was ist eine Harmonielehre?  
 
  Der Winkelkontrast >> 
 
 
© 2000 - 2010 info@metacolor.de